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LETTRE lesen

Yang Lian lesen.
Seine Gedichte.
Seine Essays.
Ein neuer in der neuen LETTRE.

ELELIndividualität und Ästhetik in der klassischen Kultur Chinas

„Es gab einen berühmten romantischen Schriftsteller zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Zhou Shoujuan (1895 bis 1968), der vor allem sentimentale Romane schrieb. Er gab später das Schreiben auf und zog sich in sein Haus in Suzhou zurück. In der zweiten Hälfte seines Lebens widmete er sich der Gartenkunst und ‚pengjing‘, der kleinen, transportablen Landschaft mit winzigen Bäumen, die man in einem Blumentopf arrangiert, und er genoß das Leben. Jemand schrieb ihm und fragte, welche Art von Tee er trinke. Er antwortete, daß er einen grünen Tee wähle und diesen sehr früh im Jahr pflücke, wenn die Blätter noch sehr weich und zart seien. Er faltete einen Teebeutel aus Reispapier, durch das die Luft hindurchdringen könne, und lege diesen Teebeutel am Nachmittag ins Herz einer offenen Lotusblüte. Am Abend schließe sich der Lotus, um sich am nächsten Morgen wieder zu öffnen. Dann nehme er den Teebeutel heraus und gieße ihn auf. Dieser Tee mit dem Geschmack frischen grünen Tees besitze nun einen zarten Lotusduft. Großartig, man möchte fast weinen, wenn man sich vorstellt, wie elegant der Lebensstil dieser Literati war.“
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Auch eine wunderbare Entdeckung für mich: die Texte seines amerikanischen Übersetzers. David Hinton „Hunger Mountain. A Field Guide to Mind and Mountain“ – eine Meditation über Zeichen, Sprache, Übersetzung.